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AStA-Lehrveranstaltungen im Wintersemester 2009/10
Allgemeines zu den Lehrveranstaltungen des AStA
In diesem Semester bietet der AStA der TU Braunschweig
sechs Lehrveranstaltungen an. Zum einen
soll damit das vorhandene Lehrveranstaltungsangebot
an der Universität ergänzt werden. Zum
anderen wollen wir mit den Lehrveranstaltungen
unser Bildungskonzept zum Ausdruck bringen.
Denn Bildung heißt für uns mehr als sich in einer
Fachrichtung zu spezialisieren und dabei andere
Bereiche oder wissenschaftliche Disziplinen aus
den Augen zu verlieren.
Wir wollen ein Angebot
schaffen, sich kritisch mit der Gesellschaft, wie sie
jetzt ist, auseinander zu setzen und daraus zu entwickeln,
wie eine den Menschen und ihren Bedürfnissen
adäquate Gesellschaft aussehen kann.
Denn nur eine Auseinandersetzung mit der Gesellschaft
und ihren Strukturen kann die Basis, für eine
eigene Partizipation an politischen Prozessen und
Entscheidungen sein.
Die Lehrveranstaltungen sind dabei für verschiedene
Fächer und wissenschaftliche Disziplinen
Leistungspunkte bzw. Scheinfähig. So sind die
Lehrveranstaltungen unter anderem als "Nichttechnische
Fächer" anerkannt. Finanziert werden die Lehrveranstaltungen aus Mitteln der Studienbeiträge.
Einführungsveranstaltung: 03.11.2009, 18:30, BW 74.5
LV-Typ: Wöchentliche Sitzung Lektürekurs (2SWS) + Abschlussblockseminar
Zeit und Ort: Mittwoch 18:30 bis 20:00, wöchentlich, Raum RR 58.1
TeilnehmerInnen: Alle Studierende der TU Braunschweig
Leistungspunkte: 3 Leistungspunkte für Nichttechnische Fächer
Scheinfähig für Magister Soziologie Bereich Theorie
Ein Reader wird im Seminar bereitgestellt
Kommentar
Interdisziplinäre Sozialforschung und Kritische Gesellschaftstheorie
Einführung in das Denken der 'Frankfurter Schule' Das Frankfurter
Institut für Sozialforschung um Max Horkheimer, Erich Fromm, Theodor
Adorno, Herbert Marcuse u.a. entwickelte bereits in den 1930er Jahren
den Ansatz einer 'interdisziplinären Sozialforschung' und öffnete sich
damit den Erfahrungen des 'Katastrophenzeitalters'. Die Ursachen und
Mechanismen autoritärer und antisemitischer Ideologien wurden ebenso
analysiert wie die Strukturen der Kulturindustrie. Diese
sozialpsychologischen und kulturkritischen Untersuchungen sollten
mittels eines unorthodox interpretierten Marxismus zu einer "Theorie
des gegenwärtigen Zeitalters" (Horkheimer) beitragen. Nicht nur der
Anspruch der Frankfurter Schule auf Interdisziplinarität, auch die
philosophischen Hintergründe einer das Ganze des 'Spätkapitalismus' in
den Blick nehmenden Theorie sowie die konkreten Erklärungsansätze für
scheinbar archaische Ideologien stellen auch heute noch wertvolle
Beiträge zum Verständnis unserer Gesellschaft dar. Das Seminar soll
eine Einführung in die Grundgedanken dieser Theorie liefern und zu
diesem Zweck die Thematiken 'Kritische Sozialphilosophie',
'Analytische Sozialpsychologie' und 'Kulturindustrieanalyse' in ihrem
Zusammenhang behandeln. Ein Reader mit Texten und Literaturhinweisen
wird zur Verfügung gestellt.
LV-Typ: Seminar
Zeit und Ort: Donnerstags 18.30 - 20.00 Uhr, Raum BW 74.3 (Bültenweg 74/75)
TeilnehmerInnen: Alle Studierende der TU Braunschweig
Die Lehrveranstaltung richtet sich übrigens nicht nur
an Studierende, sondern u.a. auch an alle andere Mitglieder
der Hochschule, sowie am Hochschul-, Wissenschafts-
und Bildungspolitik interessierte Menschen.
Leistungspunkte: Die Studierenden haben die Möglichkeit innerhalb der Veranstaltung
max. 4 Leistungspunkte zu erwerben.
Kommentar
Mit diesem Seminar bieten wir an, einen ersten überblick über die hochschul-,
wissenschafts- und bildungspolitischen Zusammenhänge zu erlangen. Es soll um die
Strukturen, Prozesse und Rahmenbedingungen der Hochschulpolitik und der Arbeit der
Verfassten Studierendenschaft sowie eine kritische Auseinandersetzung mit aktuellen
Diskursen der Hochschulpolitik gehen. Dazu werden zunächst die institutionellen
Rahmenbedingungen der Hochschulpolitik in Deutschland und speziell in Niedersachsen
beleuchtet. Daran anschließend sollen die Strukturen der Verfassten Studierendenschaft
in Niedersachsen verstärkt untersucht sowie die hierfür relevanten Arenen
aufgezeigt und ihre Verankerung im institutionellen Gefüge der Universitäten
betrachtet werden. In diesem Rahmen werden ReferentenInnen eingeladen um aus ihrer
Perspektive als "PraktikerInnen" zu einzelnen Themen weiterführende Kenntnisse anzubringen.
In einem zweiten Teil des Seminars werden die zentralen Politikfelder innerhalb der
Hochschule untersucht und besondere Herausforderungen für die Studierendenschaft
diskutiert. Auch hier werden zu den Themen ReferentenInnen als ExpertenInnen zur Seite stehen.
Weitere Informationen beim AStA der TU Braunschweig unter: asta@tu-bs.de
Zeit und Ort: Dienstag, 18:30 - 20:00 Uhr, RR 58.1
LV-Typ: Seminar, Wöchentliche Sitzung (2SWS) + Abschlussblockseminar
ein Reader wird bereitgstellt.
TeilnehmerInnen: Das Seminar richtet sich sowohl an Studierende der Geschichte
als auch an Fachfremde. Methoden der Geschichtswissenschaft werden
in den ersten Sitzungen des Seminars für Nicht-Historiker
vorgestellt und vermittelt.
Leistungspunkte: Die Creditvergabe (bis zu 4 Credits für Nicht-Historiker)
erfolgt je nach Art der Prüfungs- bzw. Studienleistung.
Anmeldung: Eine Anmeldung per E-Mail (Stefanie.Thiel@tu-bs.de) wird erbeten,
da die Teilnehmerzahl auf 30 begrenzt ist.
Kommentar
Der von den Nationalsozialisten geführte Krieg an der Ostfront war nicht nur
ein herkömmlicher Territorialkrieg, sondern ein Vernichtungskrieg, der sich vor
allem gegen die Zivilbevölkerung richtete. Die "arbeitsteilige Täterschaft" (Herbert Jäger)
dieses Krieges lag bei der Wehrmacht, Polizei und SS. In dem Seminar soll die
Beteiligung der Wehrmacht an den Verbrechen dieses Krieges untersucht werden.
Durch welche grundlegenden Befehle wurde das Verhalten der Truppe legitimiert.
An welchen Verbrechen waren die Soldaten beteiligt? Welche ideologischen Vorstellungen
waren unter den Wehrmachtsangehörigen verbreitet? Wie funktionierte die Zusammenarbeit
mit SS und Panzerbataillonen? Diese und viele weitere Fragen sollen im Seminar
thematisiert werden.
Lektüre: Es gibt es einen Seminarreader
Infos / Literaturliste (pdf)
LV-Typ: Seminar
Zeit und Ort: Vorbereitungstreffen am 14.12.09 16.00 Uhr und
Blockseminar 29.-30.01.10 in den Räumen des Asta.
Schein: Professionalisierungsbereich (Pool Modell) 3CP ,
Magister Soziologie Hauptstudium Bereich Theorie
Kommentar
Neoliberalismus ist ein Schlagwort in politischen Kontroversen und
wissenschaftlichen Debatten. In dem Seminar wollen wir klären, wo dieser
Begriff herkommt und was er bedeutet. Es wird sich dabei zeigen, dass
sich hinter Neoliberalismus weit mehr verbirgt als ein
wirtschaftspolitisches Paradigma, dass mehr "Freiheit für den Markt"
einfordert. Vielmehr erhebt der Neoliberalismus den Markt zur Logik des
Sozialen überhaupt. Das prägt eine Gesellschaft grundlegend - auch und
besonders über den Bereich der Ökonomie hinaus. Wir wollen deshalb
danach fragen, was eine neoliberal geprägte Gesellschaft für einen
Begriff von sich selbst hat: Was für ein Verständnis von Freiheit und
Gerechtigkeit bringt sie hervor? Was heißt das für Demokratie und Staat?
Wie prägt der Neoliberalismus Alltagskultur und Lebensstile? Und was hat
es mit dem in letzter Zeit oft beschworenen "Ende des Neoliberalismus"
auf sich?
Einführungsveranstaltung: 05.11.2009, 18:30, BW 74.5
LV-Typ: Seminar
Zeit und Ort: Montag 18.30-20.00 RR 58.2, wöchentlich
TeilnehmerInnen: Alle Studierende der TU Braunschweig
Leistunspunkte: 3 Leistungspunkte für Nichttechnische Fächer
Scheinfähig für Magister Politik Bereich Theorie
Literatur: Marx, Karl Das Kapital
Wöchentliche Sitzung Lektürekurs (2SWS) + Abschlussblockseminar
gelesen wird "Kritik der politischen ökonomie" von Michael Heinrich.
Kommentar
Lektüreseminar zum Klassiker der Kritik der politischen ökonomie, dem
Kapital von Karl Marx. Anhand des Einführungsbuches von Michal
Heinrich soll eine umfassende Darstellung der marxistischen Kritik der
Warengesellschaft erarbeitet werden. Welche Basiskategorien besitzt
der Kapitalismus, was sind die prägenden Strukturen der Gesellschaft?
Und welche Rolle spielt Marx Sozialphilosophie für die moderne
Sozialwissenschaft?
Einführungsveranstaltung: 03.11.2009, 16:45, BW 74.5
LV-Typ: Wöchentliche Sitzung Lektürekurs (2SWS) + Abschlussblockseminar
ein Reader wird bereitgestellt.
Zeit und Ort: Mittwoch 16:45 - 18:15, wöchentlich
Raum: Asta-Räume, Katharinenstraße 1
TeilnehmerInnen: Alle Studierende der TU Braunschweig
Leistungspunkte: 3 Leistungspunkte für Nichttechnische Fächer
Scheinfähig für Magister Soziologie Bereich Theorie
Kommentar
Der moderne Antisemitismus hat die Vorstellung, wir lebten zwar nicht
in einem aufgeklärten Zeitalter, aber doch einem Zeitalter der
Aufklärung, gründlich widerlegt. Wie man ein Verbrechen von der
Dimension der Shoah erklären kann, aber auch, wie die Beständigkeit
des Antisemitismus nach und wegen Auschwitz zu begreifen ist, diese
Fragen haben sich vornehmlich Sozialpsychologen und Philosophen
gestellt. Sie haben den Antisemitismus und den Mord an den Juden als
"Grenze der Aufklärung" (Horkheimer/Adorno) thematisiert, als "Escape
from Freedom" (Fromm), gar als "Furcht vor dem Menschsein" (Sartre).
Dem Antisemitismus sei dabei nicht allein durch Faktenwissen
beizukommen, er habe vielmehr einen gesellschaftsheoretisch zu
reflektierenden, wenn auch negativen Bezug zu Freiheit, Aufklärung und
menschlicher Existenz in der modernen Gesellschaft.
Das Seminar will eine grundlegende Einführung in die Thematik bieten
und ausgewählte Texte von Jean-Paul Sartre, der Kritischen Theorie und
anderen diskutieren.
Zeit: Freitags 18:30 - 20:00, wöchentlich ab 30.10.2009
und einmaliges Blockseminar (Termin wird noch mitgeteilt)
Ort: Pk 3.2. (Container/Parkplatz)
TeilnehmerInnen: Alle Studierende der TU Braunschweig
Leistungspunkte: 3 Leistungspunkte für Nichttechnische Fächer
Scheinfähig für Magister Soziologie Bereich Theorie
Das Seminar besteht aus einer Einführungsveranstaltung sowie einem
Blockseminar (am Wochenende) mit dem Dipl. Soziologen Martin Dolzer
und wöchentlichen Tutorien.
Geplant ist den TeilnehmerInnen die Möglichkeit zu geben sich durch
Referate in das Blockseminar einzubringen, wo auch eine mündliche
Prüfung (Kolloquium) erfolgen kann. Ein Skript wird zur Verfügung gestellt.
Kommentar
In dem Seminar "Der Türkisch-Kurdische Konflikt und die Türkeipolitik der EU"
wird grundlegendes Wissen über historische Entwicklungslinien - sowie die heutige Situation
in der Türkei und in der Region Kurdistan - vermittelt. Durch die Analyse der Politiken
sämtlicher beteiligter regionaler und internationaler Akteure soll eine Gesamtsicht des
Konfliktes, sowie internationaler Verflechtungen erarbeitet werden, um u.a. die Wertung
möglicher Entwicklungsansätze der Konfliktlösung und Konfliktheilung zu
ermöglichen. Hierbei werden auch die Erweiterungspolitik der EU (hauptsächlich
der BRD), samt der formalen und faktischen Durch- und Umsetzung der Beitrittskriterien
(z.b. Kopenhagener Kriterien, wirtschaftlicher und menschenrechtlicher Teil), sowie
geostrategische und kolonialpolitische Momente - kritisch reflektiert.
Die Analysemethodik ist subjektwissenschaftlich und interdisziplinär, sowie
politikwissenschaftlich - (menschen)rechtlich unter Einbeziehung von Genderaspekten.
Durch die Analyse des Handlungsrahmens und des Agierens der Akteure wird den TeilnehmerInnen
ein verallgemeinerbarer Zugang zu wissenschaftlicher Analyse und Kritik regionaler Konflikte
mit internationalem Bezug vermittelt.
Themen und Struktur:
- Die Geschichte Mesopotamiens
- Der übergang von matriachalen zu patriachalen Gesellschaftsstrukturen
- Die SumererInnen, MederInnen und KurdInnen
- Aspekte der Geschichte des Osmanischen Reiches
- Die Phase der Staatsgründung der Türkei
- Kemalismus
- Internationale Verträge
- Völkerrechtliche Aspekte
- Der Mittlere Osten – Ressourcen - Kolonialpolitik
- Ausprägungen der Assimilationspolitik des türkischen Staates
- Analyse des türkischen Parteiensystems
- Die legalen kurdischen Parteien
- Die zivilgesellschaftlichen Organisationen
- Die Rolle des Militärs und die Putsche
- Die Rolle der PKK in der Auseinandersetzung um kulturelle Selbstbestimmung
- Der Bürgerkrieg
- Die einseitigen Waffenstillstände der kurdischen Bewegung
- Die Friedensinitiativen der kurdischen Bewegung
- Die Auswirkungen des Kriegs auf die Bevölkerung
- Das Dorfschützersystem und die Vertreibung aus den Dörfern
- Die Situation der politischen Gefangenen
- Die Rolle und Situation A. öcalans
- Die türkische Linke im türkisch-kurdischen Konflikt
- Die Rolle der Frau in der türkischen und kurdischen Gesellschaft
- Die Rolle der Frau in kurdischen Organisationen
- Entwicklungen seit der übernahme der Regierung durch die AKP
- Der EU Beitrittsprozess
- Die Außen- und Türkeipolitik der EU
- Die Politik der EU und der BRD bezüglich des türkisch-kurdischen Konflikts
- Europarat, Europaparlament, EUTCC
- Internationale menschenrechtliche Regulierungen
- Kopenhagener Kriterien
- Die Ausprägungen der Verletzung der Menschenrechte durch den türkischen Staat und extralegale Organisationen
- Gesetzesreformen - Verfassungsreform
- Wasser- und Staudammpolitik
- Die Rolle regionaler und internationaler Medien
- Die geostrategische Situation
- Internationale Verflechtungen und Kolonialpolitik im mittleren Osten
- Konfliktlösungsansätze der unterschiedlichen Akteure
- Wahrheitskommissionen als Ansatz der Konfliktheilung
- Mögliche emanzipatorische Lösungswege
Kurs, wöchentlich, SWS: 2
Mittwochs 16:45 - 18:15, Beginn: 21.10.2009
Raum: HS65.1 im Gauß-IT-Zentrum, Hans-Sommer-Str. 65,
Benötigt wird eine Rechenzentrum Benutzernummer,
(Y - Nr., wird vom Gauß-IT-Zentrum ausgegeben)
Anzahl der Leistungspunkte: 3
Form und Umfang der Studienleistung:
Bewertet wird eine Abschlußarbeit (Homepage)
Diese Lehrveranstaltung wird fachübergreifend angeboten.
Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.
Die Teilnahme ist kostenlos.
Eine CD mit Open Source und lizenfreien Tools wird bereitgestellt.
Im Zuge der weiten Verbreitung und Nutzung des Internets, bieten wir eine
Einführung in die Erstellung von Webauftritten an. Im einzelnen wird
zunächst an Hand der Programmiersprache Html in die Struktur eines
Internetauftrittes eingestiegen. Dieses wird erweitert mit Einführungen
in die Verwendung von Cascading Stylesheets, XML, JavaScript und PHP.
Da heute auch viel mit vorgefertigten Scripten gearbeitet werden kann,
ist zum Abschluß die Einführung in die Installation und Benutzung eines
Webauftrittes mittels des "CMS" vorgesehen, zum Beispiel Typo3 oder
eines Forums (Phpbb2) . Als weiterer wichtiger Punkt werden die rechtlichen
Bedingungen, die durch die gesetzliche Grundlage der Mediengesetzgebung
(IuKDG, TDG, TDDSG, MdStV) gegeben sind angesprochen.
Lehrender: Holger Hinz, mail: holger.h.hinz@web.de
Erklärender Kommentar: Der Kurs ist im Professionalisierungsbereich
angesiedelt (abgesehen von Informatikstudiengängen, in dem er nicht angerechnet
werden kann). Der Schwerpunkt liegt auf den Übungen zur Programmierung mit
den verschiedenen Hilfsmitteln und Scriptsprachen.
Programmierkenntnisse sind nicht erforderlich.
Der Kurs wird aus Studienbeiträgen finanziert.
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